Obwohl wir die Veranstaltungsfläche gegenüber heute um rund 40 Prozent reduzieren, bedeutet das keine Kürzung des Programms. Durch die flexible Nutzung der neuen Räume bleiben darüber hinaus Möglichkeiten für neue Ideen und Angebote.
Und all das findet künftig in hellen, freundlichen, barrierefreien und lichtdurchfluteten Räumen statt, in denen man sich gerne aufhält.
Doch vielleicht liegt der größte Gewinn an einer ganz anderen Stelle. Ein Haus, für das man keinen Termin braucht Unser Wunsch ist, dass das neue Gemeindehaus viel häufiger ein offenes Haus sein wird.
Heute braucht es für einen Besuch meistens einen Grund: Eine Gruppe trifft sich, eine Veranstaltung beginnt oder man hat einen Termin. Künftig soll Begegnung selbstverständlicher werden.
Wenn die Büros besetzt sind, soll möglichst auch das Haus offen sein. Man kann hereinkommen, sich einen Kaffee zubereiten und einen Moment bleiben. Vielleicht trifft man jemanden, den man lange nicht gesehen hat. Vielleicht entsteht ganz ungeplant ein Gespräch. Oder man sitzt bei schönem Wetter auf der Terrasse und genießt einfach ein wenig Zeit.
Man muss nicht immer einen Termin haben, um in einem Gemeindehaus willkommen zu sein. Genau darin liegt eine große Chance des Neubaus. Kinder, Jugendliche, Eltern, Mitarbeitende, Ehrenamtliche und ältere Menschen kommen an einem Ort zusammen. Nicht jede Begegnung muss organisiert werden. Vielleicht trifft die Seniorengruppe auf Eltern, die ihre Kinder abholen. Vielleicht entsteht auf der Terrasse ein Gespräch zwischen Menschen, die sich sonst nicht begegnet wären. Und vielleicht entwickeln sich daraus irgendwann ganz neue Ideen – vom gemeinsamen Vorlesen bis zum Erzählcafé oder zu Projekten, bei denen Jung und Alt voneinander lernen.
Das neue Gebäude soll solche Begegnungen nicht vorschreiben. Es soll sie möglich machen. Wir bauen weniger Veranstaltungsfläche als heute – aber wir wollen sie besser, flexibler und vor allem häufiger nutzen. Denn Gemeinde entsteht nicht allein durch Räume, Termine und Veranstaltungen. Gemeinde entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, miteinander reden, Zeit miteinander verbringen und füreinander da sind.
So soll aus einem neuen Gemeindehaus vor allem eines werden: ein Ort, an dem aus Gemeinde immer wieder Gemeinschaft wird – über Generationen hinweg.